Ausstellung „IM DAZWISCHEN“ – HERFORDER TRILOGIE

KATI VON SCHWERIN – Omnipräsent im Dazwischen von Herford

Kati von Schwerin kommt nach Herford, und sie ist an drei Orten gleichzeitig! Ist das Magie? Möglicherweise. Denn im besten Falle macht Kunst mit der Seele das, was ein Zaubertrank mit Asterix’ Oberarmen machen kann. Die Ausstellung „Im Dazwischen“ der Künstlerin Kati von Schwerin wird am 12. September 2026 im Herforder Kunstverein ihren Anfang nehmen, um sich dann über die Galerie im Stadttheater (Eröffnung am 27. September 2026) bis in die Treppenhausgalerie im Elsbach Haus (Eröffnung am 09. Oktober 2026) auszudehnen. 

Warum wird denn hier nun eigentlich so maßlos übertrieben?! Ja, warum denn nicht!? Ob es wohl einen schöneren Ort geben kann, als den, an dem Kunst und Kultur maßlos sind? Herrlich! 

Dabei bringt Kati von Schwerin ihre Werke gar nicht (nur) zum Spaß nach Herford, sondern hat zudem in ihrer Ausstellung „Im Dazwischen“ eine signifikante Aufgabe versteckt. Die Knobelei scheint vordergründig erstmal gar nicht ersichtlich zu sein, denn von Schwerins Malereien und Papierarbeiten zeigen in erster Linie alte Braun-Elektrogeräte (aus der Ära Dieter Rams) und heimische Vogelarten. Wo soll denn da jetzt der Auftrag liegen, dem die Betrachter*innen nachgehen sollen? Doch aufgepasst: Kati von Schwerin geht hier metaphorisch vor und blickt mit Hilfe des Federviehs und den Gerätschaften ins ‚Dazwischen‘, in dem wir alle oftmals festhängen und dilemmatös verharren. Denn die alten Plattenspieler und Radios verkörpern die nostalgische Sicherheit, das Bekannte und Gewohnte. Die Vögel symbolisieren Freiheit, Mut und Ungewissheit. Beide Seiten lieben wir, liebäugeln von links nach rechts, entscheiden uns dann für das eine, während das andere uns glücklich machen würde. Kati von Schwerin lädt uns ein, uns selbst im Dazwischen zu suchen und hinzuschauen, ob dort für uns die Sonne scheint.

 

Kati von Schwerins aktuelle Schaffensphase zeigt realistische Ölmalereien und Papierarbeiten auf denen alte Elektrogeräte der heimischen Vogelwelt begegnet. Es scheint eine absurde Kombination zu sein, die dennoch ihren Zweck erfüllt. So soll Beständigkeit, Sicherheit und Nostalgie dem immer schwelendem Drang nach Freiheit, Unverbindlichkeit und Mut entgegengestellt werden. Den dies ist ein menschliches Dilemma, das „Dazwischen“ ist der Seele Gefangenschaft.

Die alten Geräte aus den 60er Jahren befanden sich in den Schubladen und Wohnzimmern der vorigen Generationen und haben unaufgeregt ihren Dienst getan, um dem Alltag ein wenig Glanz zu verleihen. Plattenspieler und Radios brachten zudem Musik und Unterhaltung, sie boten also emotionale Anker, wenn alles andere überfordernd war. Als „Gegenspieler“ werden die kleinen, heimischen Vögel den leblosen Maschinen entgegengestellt. Der Vogel als Sinnbild für Flatterhaftigkeit, Freiheit und Veränderung soll hier den mutigen Kontrahenten darstellen und verdeutlichen, dass der Mensch oftmals in dem Dazwischen gefangen zu sein scheint. Das Beständige und die Sicherheit steht dem Wunsch nach Freiheit und Veränderung gegenüber, und selten sind diese beiden grundlegenden Bedürfnisse zu vereinbaren.

Es ist folglich ein Dilemma, welches in Kati von Schwerins Ölmalereien sichtbar gemacht wird. Die Künstlerin will mit Hilfe ihrer Werke zur Selbstreflexion anregen und zum Hinterfragen bestehender Strukturen anregen.